22.07.2026, 23:44
[Spike - Mammon - Lilith: Keller in einem der Folterräume]
Dass Mammon ihre Reaktion auf seine Ankündigung mit der Frage konterte, ob sie Angst hatte, bedachte sie lediglich mit einem provokanten Anheben ihrer linken Augenbraue. Sie kannten sich zu lange, als dass es noch etwas an ihm geben konnte, das sie fürchtete – auch wenn sie in den letzten Tagen durchaus gelernt hatte, Angst an sich und all das Adrenalin, das sie neuerdings in ihr ausschüttete, schätzen zu lernen. Aber nein, nichts an Mammon machte ihr Angst; Selbst die schlimmste Situation, in die er sie hineinmanövrieren würde, wäre vermutlich eher unangenehm oder nervig als beängstigend.
[Mammon - Lilith: Keller → Hauptbühne]
Dennoch blieb ihr nicht viel anderes übrig, als ihm zu folgen – ihre Pläne bezüglich Spike waren erledigt, den Rest hatte er selbst in der Hand. Wie sie ihm bereits erläutert hatte, kannte er den Weg zu seinem Dämon; und sollte er einen weiteren mentalen Stoß brauchen, dann wäre sie gleich oben zugegen und konnte ihm dort aushelfen. Das machte auch jede weitere Verabschiedung überflüssig, immerhin war es nicht so als hätte sie eine persönlich Verbindung zu diesem Vampir, egal was Mammon glaubte oder dachte.
Außerdem schien es ihm in irgendeiner Form wichtig zu sein, dass sie ihm folgte – wie er darauf achtete, dass sie zuerst durch die Tür ging, sie anwies, dass sie in der Nähe bleiben sollte – und sie unterhielt seine Laune ausnahmsweise in Wohlwollen. Vermutlich weil sie während des heutigen Abends nun bereits Nutznießerin einiger körperlicher Genüsse geworden war, und das stimmte sie ungewöhnlich milde.
Der Hauptraum des Clubs war stickig und pulsierte nahezu, durch das Gröhlen der Menge, deren Jubel und Schreie nach dem Sieger des Kampfes. Die Auren all dieser Wesen peitschten ihr entgegen, ein harter Kontrast zur Ruhe und Isolation im unteren Kellerbereich, und sie verfügte nicht einmal über das volle Ausmaß ihrer Kräfte. Der Blutdurst der Menge, die Gier, mit der sie nach Gewalt verlangten. Mehr Gewalt. Brutalere Gewalt. Lilith ließ die Atmosphäre über sich schwappen, spürte sie einfach, während Mammon sie beide Richtung Käfig lenkte.
Er übernahm dort wieder das Wort, und an dieser Stelle wäre es ein Leichtes für sie gewesen, das Weite zu suchen, wenn sie es darauf angelegt hätte. Aber Wesen wie sie und Mammon es waren, die flohen nicht. Es war ihr sehr bewusst, dass was auch immer er sich ausgedacht hatte, sehr wahrscheinlich keine Freudensprünge bei ihr hervorrufen würde. Sie blieb dennoch, weil ihre Ehre schwerer wog als eine potenziell unangenehme Situation, in die er sie brachte.
Und das tat er. Lilith realisierte sehr schnell, dass er vorhatte, sie ins Scheinwerferlicht zu zwingen. Anders als Mammon hielt sie nicht sonderlich viel davon, derart präsent im Mittelpunkt zu stehen – sie war vielmehr die leise, unberechenbare Gefahr aus dem Hinterhalt, im Gegensatz zu seiner lauten, direkten und unausweichlichen Präsenz. Sie war Geschäftsfrau, sie arbeitete eng mit Wolfram & Hart, und zu viel Aufmerksamkeit behinderte ihre Arbeit. Allerdings arbeitete sie gerade nicht, wie sie den gesamten Abend bereits auffällig bemerkt hatte.
Und Mammon nutzte die Chance, um sich offensichtlich an ihr zu rächen, dafür, dass sie ihn vorhin ein wenig hinters Licht geführt hatte.
Man konnte es auf gewisse Weise fast schon als poetisch betrachten, dass er sie nun ins Licht zwang, schoss Lilith kurzzeitig durch den Kopf, während er sie in die Mitte vor den Käfig brachte, eine Hand auf ihrem unteren Rücken, so als müsse er sichergehen, dass sie auch ja nicht das Weite suchte – zumindest ihr war das klar. Von außen betrachtet konnte es wahrscheinlich genauso gut als eine Geste der Vertrautheit gewertet werden, aber sie kannte ihren Bruder.
Allerdings würde sie auch nicht türmen. Nicht jetzt, nicht so – wie gesagt, dazu war sie viel zu stolz, und niemals würde sie sich oder ihn derartig in der Öffentlichkeit blamieren. Sie ließ die Maskierung fallen, die ihr Wesen und ihre Aura verbargen; auch das tat sie selten in direkten Gesprächen, es sei denn sie verfolgte ein konkretes Ziel. Aber Mammon wollte einen ebenbürtigen Spielgefährten? Er sollte ihn bekommen.
Sie nahm ihm das Mikrofon ab. Das Publikum jubelte noch immer, einige riefen nach Blut, andere pochten weiterhin vehement mit den Fäusten gegen die Gitterstäbe des Käfigs, an den drei anderen Seiten jenseits von der, an der sie und Mammon standen. Das Metall vibrierte deutlich spürbar bis zu ihnen hinüber.
Lilith wartete.
Sie wartete einfach, und schwieg.
Bis der erste bemerkte, dass sie nichts sagte.
Dann der zweite.
Und langsam verebbte das Gröhlen, weil sich nach und nach jedes Wesen im Raum sorgte, den Moment verpassen zu können, in dem sie endlich das Wort ergriff. Aber Lilith schwieg… und erst als beinahe vollkommene Stille eingekehrt war, in einem zum Bersten gefüllten Clubraum und einer Menge, die eben noch nach Gewalt geschrien hatte, hob sie das Mikrofon. Nicht, dass es nun noch zwingend notwendig gewesen wäre, aber sie musste ihre Stimme ja auch nicht unnötig strapazieren.
„Wie bemerkenswert… Ein einziger Moment der Geduld, und plötzlich findet sogar der größte Blutdurst auf wundersame Weise sein Gehör.“ Sie schmunzelte, ließ einen weiteren, stillen Augenblick vergehen. Dann fuhr sie fort.
„Ich finde wir sollten aufhören, ihnen die Antworten zu geben, Mammon, und stattdessen ein paar Fragen stellen. Denkst du nicht auch? Wer von euch hat gewettet?“ Sie wandte sich direkt an die Menge, und der Großteil von ihnen hob die Hände.
„Und warum habt ihr das getan? Weil ihr hergekommen seid in der Absicht, einen Kampf zu beobachten… oder doch vielmehr eine Hinrichtung? Ihr alle glaubt, bereits zu wissen, was ihr sehen werdet. Aber beginnen die spannendsten Geschichten nicht dort, wo Unsicherheit und Irrtum einen Platz finden? Wo die Erzählung, die man schon tausende Male gehört hat, plötzlich eine andere Wendung nimmt?“
Sie lehnte sich ein kleines Stück zurück, ihr Blick wanderte zum Käfig, als würde sie gelassen eine Geschichte erzählen. Dann zurück zur Menge, die ihr weiterhin gespannt zuhörte.
„Heute Abend treten zwei Kämpfer an. Einer aus Überzeugung, dass seine Stärke ihm zum sicheren Sieg verhelfen wird. Der andere mit dem Glauben daran, dass sie es nicht tut. David gegen Goliath, ihr alle kennt die Sage. Aber wer von ihnen wird Recht behalten?“
Dass Mammon ihre Reaktion auf seine Ankündigung mit der Frage konterte, ob sie Angst hatte, bedachte sie lediglich mit einem provokanten Anheben ihrer linken Augenbraue. Sie kannten sich zu lange, als dass es noch etwas an ihm geben konnte, das sie fürchtete – auch wenn sie in den letzten Tagen durchaus gelernt hatte, Angst an sich und all das Adrenalin, das sie neuerdings in ihr ausschüttete, schätzen zu lernen. Aber nein, nichts an Mammon machte ihr Angst; Selbst die schlimmste Situation, in die er sie hineinmanövrieren würde, wäre vermutlich eher unangenehm oder nervig als beängstigend.
[Mammon - Lilith: Keller → Hauptbühne]
Dennoch blieb ihr nicht viel anderes übrig, als ihm zu folgen – ihre Pläne bezüglich Spike waren erledigt, den Rest hatte er selbst in der Hand. Wie sie ihm bereits erläutert hatte, kannte er den Weg zu seinem Dämon; und sollte er einen weiteren mentalen Stoß brauchen, dann wäre sie gleich oben zugegen und konnte ihm dort aushelfen. Das machte auch jede weitere Verabschiedung überflüssig, immerhin war es nicht so als hätte sie eine persönlich Verbindung zu diesem Vampir, egal was Mammon glaubte oder dachte.
Außerdem schien es ihm in irgendeiner Form wichtig zu sein, dass sie ihm folgte – wie er darauf achtete, dass sie zuerst durch die Tür ging, sie anwies, dass sie in der Nähe bleiben sollte – und sie unterhielt seine Laune ausnahmsweise in Wohlwollen. Vermutlich weil sie während des heutigen Abends nun bereits Nutznießerin einiger körperlicher Genüsse geworden war, und das stimmte sie ungewöhnlich milde.
Der Hauptraum des Clubs war stickig und pulsierte nahezu, durch das Gröhlen der Menge, deren Jubel und Schreie nach dem Sieger des Kampfes. Die Auren all dieser Wesen peitschten ihr entgegen, ein harter Kontrast zur Ruhe und Isolation im unteren Kellerbereich, und sie verfügte nicht einmal über das volle Ausmaß ihrer Kräfte. Der Blutdurst der Menge, die Gier, mit der sie nach Gewalt verlangten. Mehr Gewalt. Brutalere Gewalt. Lilith ließ die Atmosphäre über sich schwappen, spürte sie einfach, während Mammon sie beide Richtung Käfig lenkte.
Er übernahm dort wieder das Wort, und an dieser Stelle wäre es ein Leichtes für sie gewesen, das Weite zu suchen, wenn sie es darauf angelegt hätte. Aber Wesen wie sie und Mammon es waren, die flohen nicht. Es war ihr sehr bewusst, dass was auch immer er sich ausgedacht hatte, sehr wahrscheinlich keine Freudensprünge bei ihr hervorrufen würde. Sie blieb dennoch, weil ihre Ehre schwerer wog als eine potenziell unangenehme Situation, in die er sie brachte.
Und das tat er. Lilith realisierte sehr schnell, dass er vorhatte, sie ins Scheinwerferlicht zu zwingen. Anders als Mammon hielt sie nicht sonderlich viel davon, derart präsent im Mittelpunkt zu stehen – sie war vielmehr die leise, unberechenbare Gefahr aus dem Hinterhalt, im Gegensatz zu seiner lauten, direkten und unausweichlichen Präsenz. Sie war Geschäftsfrau, sie arbeitete eng mit Wolfram & Hart, und zu viel Aufmerksamkeit behinderte ihre Arbeit. Allerdings arbeitete sie gerade nicht, wie sie den gesamten Abend bereits auffällig bemerkt hatte.
Und Mammon nutzte die Chance, um sich offensichtlich an ihr zu rächen, dafür, dass sie ihn vorhin ein wenig hinters Licht geführt hatte.
Man konnte es auf gewisse Weise fast schon als poetisch betrachten, dass er sie nun ins Licht zwang, schoss Lilith kurzzeitig durch den Kopf, während er sie in die Mitte vor den Käfig brachte, eine Hand auf ihrem unteren Rücken, so als müsse er sichergehen, dass sie auch ja nicht das Weite suchte – zumindest ihr war das klar. Von außen betrachtet konnte es wahrscheinlich genauso gut als eine Geste der Vertrautheit gewertet werden, aber sie kannte ihren Bruder.
Allerdings würde sie auch nicht türmen. Nicht jetzt, nicht so – wie gesagt, dazu war sie viel zu stolz, und niemals würde sie sich oder ihn derartig in der Öffentlichkeit blamieren. Sie ließ die Maskierung fallen, die ihr Wesen und ihre Aura verbargen; auch das tat sie selten in direkten Gesprächen, es sei denn sie verfolgte ein konkretes Ziel. Aber Mammon wollte einen ebenbürtigen Spielgefährten? Er sollte ihn bekommen.
Sie nahm ihm das Mikrofon ab. Das Publikum jubelte noch immer, einige riefen nach Blut, andere pochten weiterhin vehement mit den Fäusten gegen die Gitterstäbe des Käfigs, an den drei anderen Seiten jenseits von der, an der sie und Mammon standen. Das Metall vibrierte deutlich spürbar bis zu ihnen hinüber.
Lilith wartete.
Sie wartete einfach, und schwieg.
Bis der erste bemerkte, dass sie nichts sagte.
Dann der zweite.
Und langsam verebbte das Gröhlen, weil sich nach und nach jedes Wesen im Raum sorgte, den Moment verpassen zu können, in dem sie endlich das Wort ergriff. Aber Lilith schwieg… und erst als beinahe vollkommene Stille eingekehrt war, in einem zum Bersten gefüllten Clubraum und einer Menge, die eben noch nach Gewalt geschrien hatte, hob sie das Mikrofon. Nicht, dass es nun noch zwingend notwendig gewesen wäre, aber sie musste ihre Stimme ja auch nicht unnötig strapazieren.
„Wie bemerkenswert… Ein einziger Moment der Geduld, und plötzlich findet sogar der größte Blutdurst auf wundersame Weise sein Gehör.“ Sie schmunzelte, ließ einen weiteren, stillen Augenblick vergehen. Dann fuhr sie fort.
„Ich finde wir sollten aufhören, ihnen die Antworten zu geben, Mammon, und stattdessen ein paar Fragen stellen. Denkst du nicht auch? Wer von euch hat gewettet?“ Sie wandte sich direkt an die Menge, und der Großteil von ihnen hob die Hände.
„Und warum habt ihr das getan? Weil ihr hergekommen seid in der Absicht, einen Kampf zu beobachten… oder doch vielmehr eine Hinrichtung? Ihr alle glaubt, bereits zu wissen, was ihr sehen werdet. Aber beginnen die spannendsten Geschichten nicht dort, wo Unsicherheit und Irrtum einen Platz finden? Wo die Erzählung, die man schon tausende Male gehört hat, plötzlich eine andere Wendung nimmt?“
Sie lehnte sich ein kleines Stück zurück, ihr Blick wanderte zum Käfig, als würde sie gelassen eine Geschichte erzählen. Dann zurück zur Menge, die ihr weiterhin gespannt zuhörte.
„Heute Abend treten zwei Kämpfer an. Einer aus Überzeugung, dass seine Stärke ihm zum sicheren Sieg verhelfen wird. Der andere mit dem Glauben daran, dass sie es nicht tut. David gegen Goliath, ihr alle kennt die Sage. Aber wer von ihnen wird Recht behalten?“

