07.07.2026, 11:30
Ohne ihn dabei zu unterbrechen, hörte Hope ihm aufmerksam zu, während ihre Finger die kleine Handtasche beinahe unbewusst etwas näher an sich zogen. Ebenso wie er nicht verstand, dass sie sein Getränk ablehnte, verstand sie ebenso wenig, weshalb jemand freiwillig etwas verschenkte, das offensichtlich wertvoll war, nur weil derjenige, von dem es stammte, ihm nicht gefiel. Gleichzeitig passte es merkwürdigerweise zu ihm. Schon damals hatte er sie nicht einfach sterben lassen, obwohl das vermutlich deutlich unkomplizierter gewesen wäre. Vielleicht dachte jemand wie Mammon tatsächlich einfach anders. Vielleicht war das auch nur etwas, das sie niemals verstehen würde. Seine Reaktion auf den Scotch ließ sie kaum merklich die Stirn runzeln. Langsam schüttelte sie den Kopf. „...Ich hab das schon einmal versucht.“ Ihre Stimme blieb ruhig, beinahe nüchtern. „War keine besonders gute Idee.“ Einen kurzen Moment senkte sie den Blick. „Den Preis zahl ich hinterher trotzdem.“ Bei dem Gedanken an die Massaker, die Lamia bereits schon angerichtet hatte, wurde ihr erneut leicht übel. So einfach, wie Mammon es beschrieb, war es wahrlich nicht! Vielleicht löste der Alkohol gewisse Hemmungen und weichte Moralvorstellungen auf… aber eben nur für den Moment. Was danach kam, war für Hope alles andere als angenehm.
Seine Erklärung über Lamia beschäftigte sie einige Sekunden länger. „Vielleicht“, antwortete sie schließlich leise. Sie wusste selbst nicht, ob er recht hatte oder nicht. „Ich hab nie versucht zu verstehen, warum sie macht, was sie macht.“ Ihr Blick glitt kurz zu der kleinen Handtasche. „...Irgendjemand muss hinter ihr aufräumen. Sie macht's jedenfalls nicht.“ Wieder hob sie den Blick vorsichtig an. „Ich wach schon oft genug mit dem Echo ihrer Gefühle auf. Das reicht mir eigentlich.“ Mehr wollte sie über Lamia gar nicht wissen. Der Gedanke, ihre Dämonin irgendwann wirklich zu verstehen, fühlte sich gefährlicher an als alles, was diese ihr bislang angetan hatte.
„Abgesehen davon habe ich mich schon lange nicht mehr mit anderen Bedürfnissen beschäftigen können als Trinken, Essen und Schlafen zu können. Und nicht von den Cops einkassiert zu werden, weil Lamia mal wieder ihren Begierden gefolgt ist.“ Sie lachte nasal, es war so viel Bitterkeit darin enthalten, dass man nur erahnen konnte, wie schwer es für sie sein musste, die Konsequenzen des Handelns ihrer Dämonin tragen zu müssen.
Seine beinahe ungehaltene Reaktion auf ihr Dankeschön ließ Hope irritiert blinzeln und sich unsicher von einem Fuß auf den anderen bewegen. Okay, ein Dankschön war für Mammon keine positive Äußerung? Langsam nickte sie. „...In Ordnung.“ Mehr sagte sie dazu nicht. Das Danke zurücknehmen konnte sie ohnehin nicht mehr. Einen Moment betrachtete sie die Rolex erneut. Noch immer fühlte es sich falsch an, sie zu behalten, gleichzeitig wollte sie ihn nicht erneut vor den Kopf stoßen. Schließlich ließ sie sie vorsichtig wieder in der kleinen Handtasche verschwinden. Irgendwo tief in ihr blieb dennoch dieses vertraute Misstrauen bestehen. In ihrem bisherigen Leben hatte kaum jemand etwas verschenkt, ohne irgendwann doch noch etwas dafür zu verlangen. Vielleicht war Mammon eine Ausnahme. Vielleicht kam der Preis einfach später.
Erst seine letzte Frage brachte sie wirklich ins Stocken. Eine Strafe. Unwillkürlich glitt ihr Blick durch das Penthouse, ehe er wieder bei ihm hängen blieb. „Ich wurde… oft genug bestraft.“ Ein leises Schulterzucken folgte. „Lamia war danach trotzdem noch da.“ Ihre Stimme klang weder verbittert noch vorwurfsvoll. Es war lediglich eine Feststellung. „Hat sie nie besonders beeindruckt.“ Nach kurzem Nachdenken fügte sie leiser hinzu: „Ich würd einfach versuchen, den Schaden kleiner zu machen. Mehr fällt mir ehrlich gesagt nicht ein.“
Für einige Augenblicke breitete sich erneut Stille zwischen ihnen aus. Hope wusste nicht mehr, wann sie zuletzt mit jemandem gesprochen hatte, ohne jederzeit damit zu rechnen, dass das Gespräch plötzlich in Gewalt umschlagen würde. Ihr Blick glitt erneut zu dem Glas Scotch. Zögernd sah sie erst zu Mammon, dann wieder auf das Glas, als wollte sie sich vergewissern, dass sich seine Meinung nicht inzwischen geändert hatte. Erst danach nahm sie es vorsichtig entgegen. Sie trank nicht, stattdessen hob sie das Glas lediglich an die Nase und roch daran. „Es riecht vermutlich besser als es schmeckt...“, lautete ihr zögerliches Urteil. „Lamia mochte ihn.“ Fast hätte sie gelächelt, doch es war lediglich ein Zucken um ihre Mundwinkel herum zu beobachten. Reglos blieb sie einen Augenblick stehen. Ihr Blick glitt zu Mammon hinüber, als ringe sie mit sich selbst. Sie hatte das Glas schließlich angenommen. Es nun einfach wieder abzustellen, ohne wenigstens einen Schluck probiert zu haben, erschien ihr plötzlich ebenso unhöflich wie ihr vorheriges Ablehnen.
Zögernd hob sie daher das Glas schließlich ein kleines Stück an die Lippen und nahm einen äußerst vorsichtigen Schluck. Die Wärme des Alkohols breitete sich augenblicklich in ihrem Mund aus und ließ sie unwillkürlich leicht das Gesicht verziehen, ehe sie den Scotch wieder sinken ließ. „...Nein… ich glaube, das wäre keine gute Idee.“ Ein kaum hörbares Ausatmen folgte und sie blickte ihn noch einmal unsicher an.
Behutsam trat sie zum Flügel hinüber, wobei sie Mammon unwillkürlich noch einmal ansah, bevor sie das Glas mit sichtbarer Vorsicht auf der glänzenden Oberfläche abstellte. Ihre Fingerspitzen schwebten einen Augenblick über den Tasten, ohne sie tatsächlich zu berühren. Es war nicht ihr Instrument und nicht ihre Wohnung, sie hatte sichtbare Ehrfurcht vor all dem Wert, den sie gerade umgab. Sonst kannte sie ihr zugiges, verstaubtes Traffo-Häuschen, ihr Deckenlager, das harte Schlafen. Und die Kälte, die sie in diesem Moment umgab.
„Ich… ich hätte nicht erwartet, dich dort sitzen zu sehen.“ Ihr Puls beschleunigte sich etwas dabei. War es Mammons Autorität, die er ausstrahlte? Die Unsicherheit, absolut nicht zu wissen, wie er darauf reagieren würde? Kurzzeitig überlegte sie, ob es gut gewesen war, so etwas überhaupt zu fragen, doch sie war immerhin gerade bei einem Einbruch erwischt worden. Hatte sie da überhaupt das Recht, neugierig zu sein? Sie schwieg einen Moment, ehe sie den Blick wieder vorsichtig zu ihm hob. „Ich… ich hab ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dir noch einmal zu begegnen.“ Eine kleine Pause entstand. „Und falls doch... dann nicht so.“
Seine Erklärung über Lamia beschäftigte sie einige Sekunden länger. „Vielleicht“, antwortete sie schließlich leise. Sie wusste selbst nicht, ob er recht hatte oder nicht. „Ich hab nie versucht zu verstehen, warum sie macht, was sie macht.“ Ihr Blick glitt kurz zu der kleinen Handtasche. „...Irgendjemand muss hinter ihr aufräumen. Sie macht's jedenfalls nicht.“ Wieder hob sie den Blick vorsichtig an. „Ich wach schon oft genug mit dem Echo ihrer Gefühle auf. Das reicht mir eigentlich.“ Mehr wollte sie über Lamia gar nicht wissen. Der Gedanke, ihre Dämonin irgendwann wirklich zu verstehen, fühlte sich gefährlicher an als alles, was diese ihr bislang angetan hatte.
„Abgesehen davon habe ich mich schon lange nicht mehr mit anderen Bedürfnissen beschäftigen können als Trinken, Essen und Schlafen zu können. Und nicht von den Cops einkassiert zu werden, weil Lamia mal wieder ihren Begierden gefolgt ist.“ Sie lachte nasal, es war so viel Bitterkeit darin enthalten, dass man nur erahnen konnte, wie schwer es für sie sein musste, die Konsequenzen des Handelns ihrer Dämonin tragen zu müssen.
Seine beinahe ungehaltene Reaktion auf ihr Dankeschön ließ Hope irritiert blinzeln und sich unsicher von einem Fuß auf den anderen bewegen. Okay, ein Dankschön war für Mammon keine positive Äußerung? Langsam nickte sie. „...In Ordnung.“ Mehr sagte sie dazu nicht. Das Danke zurücknehmen konnte sie ohnehin nicht mehr. Einen Moment betrachtete sie die Rolex erneut. Noch immer fühlte es sich falsch an, sie zu behalten, gleichzeitig wollte sie ihn nicht erneut vor den Kopf stoßen. Schließlich ließ sie sie vorsichtig wieder in der kleinen Handtasche verschwinden. Irgendwo tief in ihr blieb dennoch dieses vertraute Misstrauen bestehen. In ihrem bisherigen Leben hatte kaum jemand etwas verschenkt, ohne irgendwann doch noch etwas dafür zu verlangen. Vielleicht war Mammon eine Ausnahme. Vielleicht kam der Preis einfach später.
Erst seine letzte Frage brachte sie wirklich ins Stocken. Eine Strafe. Unwillkürlich glitt ihr Blick durch das Penthouse, ehe er wieder bei ihm hängen blieb. „Ich wurde… oft genug bestraft.“ Ein leises Schulterzucken folgte. „Lamia war danach trotzdem noch da.“ Ihre Stimme klang weder verbittert noch vorwurfsvoll. Es war lediglich eine Feststellung. „Hat sie nie besonders beeindruckt.“ Nach kurzem Nachdenken fügte sie leiser hinzu: „Ich würd einfach versuchen, den Schaden kleiner zu machen. Mehr fällt mir ehrlich gesagt nicht ein.“
Für einige Augenblicke breitete sich erneut Stille zwischen ihnen aus. Hope wusste nicht mehr, wann sie zuletzt mit jemandem gesprochen hatte, ohne jederzeit damit zu rechnen, dass das Gespräch plötzlich in Gewalt umschlagen würde. Ihr Blick glitt erneut zu dem Glas Scotch. Zögernd sah sie erst zu Mammon, dann wieder auf das Glas, als wollte sie sich vergewissern, dass sich seine Meinung nicht inzwischen geändert hatte. Erst danach nahm sie es vorsichtig entgegen. Sie trank nicht, stattdessen hob sie das Glas lediglich an die Nase und roch daran. „Es riecht vermutlich besser als es schmeckt...“, lautete ihr zögerliches Urteil. „Lamia mochte ihn.“ Fast hätte sie gelächelt, doch es war lediglich ein Zucken um ihre Mundwinkel herum zu beobachten. Reglos blieb sie einen Augenblick stehen. Ihr Blick glitt zu Mammon hinüber, als ringe sie mit sich selbst. Sie hatte das Glas schließlich angenommen. Es nun einfach wieder abzustellen, ohne wenigstens einen Schluck probiert zu haben, erschien ihr plötzlich ebenso unhöflich wie ihr vorheriges Ablehnen.
Zögernd hob sie daher das Glas schließlich ein kleines Stück an die Lippen und nahm einen äußerst vorsichtigen Schluck. Die Wärme des Alkohols breitete sich augenblicklich in ihrem Mund aus und ließ sie unwillkürlich leicht das Gesicht verziehen, ehe sie den Scotch wieder sinken ließ. „...Nein… ich glaube, das wäre keine gute Idee.“ Ein kaum hörbares Ausatmen folgte und sie blickte ihn noch einmal unsicher an.
Behutsam trat sie zum Flügel hinüber, wobei sie Mammon unwillkürlich noch einmal ansah, bevor sie das Glas mit sichtbarer Vorsicht auf der glänzenden Oberfläche abstellte. Ihre Fingerspitzen schwebten einen Augenblick über den Tasten, ohne sie tatsächlich zu berühren. Es war nicht ihr Instrument und nicht ihre Wohnung, sie hatte sichtbare Ehrfurcht vor all dem Wert, den sie gerade umgab. Sonst kannte sie ihr zugiges, verstaubtes Traffo-Häuschen, ihr Deckenlager, das harte Schlafen. Und die Kälte, die sie in diesem Moment umgab.
„Ich… ich hätte nicht erwartet, dich dort sitzen zu sehen.“ Ihr Puls beschleunigte sich etwas dabei. War es Mammons Autorität, die er ausstrahlte? Die Unsicherheit, absolut nicht zu wissen, wie er darauf reagieren würde? Kurzzeitig überlegte sie, ob es gut gewesen war, so etwas überhaupt zu fragen, doch sie war immerhin gerade bei einem Einbruch erwischt worden. Hatte sie da überhaupt das Recht, neugierig zu sein? Sie schwieg einen Moment, ehe sie den Blick wieder vorsichtig zu ihm hob. „Ich… ich hab ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dir noch einmal zu begegnen.“ Eine kleine Pause entstand. „Und falls doch... dann nicht so.“

